Exchange: Offline Adressbuch kann nicht heruntergeladen werden – 0x8004010F

Verwendet man Outlook im Cache Modus, wird auch immer ein Offline Adressbuch (OAB) zur Synchronisierung aller relevanten Adresslisten und somit auch ActiveDirectory-Objekten heruntergeladen. Sollte das OAB nicht heruntergeladen werden können und der Prozess mit dem Fehler 0x8004010F quittiert werden, könnte dir dieser Artikel weiterhelfen. Doch fangen wir von vorne an.

 

OAB – Objekt kann nicht gefunden werden

Das Problem ist aufgetreten, nachdem der Exchange2010 in erster Linie zu einem Exchange2016 und nachfolgende auf Exchange2019 migriert wurde. Bei diesem Prozess wird auch ein neues OfflineAddressBook (OAB) generiert, welches die Verteilung der Adresslisten ab EX2013 übernimmt. Nutzern ist es mit der Zeit aufgefallen, dass sie teilweise fehlerhafte und unvollständige Adresslisten innerhalb Ihres Outlooks hatten. Das Fehlerbild sieht dabei wie folgt aus:

  • Outlook mit aktiviertem Cache hatten Probleme, das OAB abzurufen
  • Outlook ohne Cache hatten keinerlei Probleme
  • Öffnet man das OWA, funktionierte es auch tadellos

Im ersten Schritt sollte man einen manuellen Download des OABs anstoßen. Dazu öffnet man im Outlook den Reiter „Senden/Empfangen“ und ruft im „Senden-Empfangen-Gruppen“ Menü den Unterpunkt „Adressbuh herunterladen“ auf. Dieser Prozess wird relativ schnell durch die Fehlermeldung „Fehler (0x8004010F) beim Ausführen der Aufgabe: Ein Objekt kann nicht gefunden werden.

Fehlermeldung „0x8004010F“ beim Synchronisieren den OABs.

Als nächstes sollte man untersuchen, ob dem Client überhaupt ein OAB vom Autodiscover zur Verfügung gestellt wird. Dazu klickt man mit STRG + rechter Maustaste auf das Outlook Tray Icon und wählt „E-Mail Autokonfiguration testen“ aus. Im nachfolgenden Fenster kann man mithilfe von Outlook den Autodiscover Service des Postfaches überprüfen. Ist der Vorgang abgeschlossen, sollte man im XML Reiter relativ weit unten den Eintrag „<OABUrl>https://mail.customer.de/OAB/id</OABUrl>“ auffinden können. Sollte das nicht der Fall sein – wie es auch dieser Artikel weiter behandelt – wird vom Exchange kein OAB announcet.

Autodiscover Test mit funktionierendem OAB

 

Die Problemlösung

Nachdem das OAB nicht vom Exchange korrekt an den Client vermittelt wird, können wir die Suche auf den Server verlagern. Es spielen wie so oft mehrere Parameter mit, daher sollte man zuerst überprüfen, ob das jeweiligen Adressbuch auch als „Default“ angelegt wurde:

[PS] C:\Windows\system32>Get-OfflineAddressBook | select Name, IsDefault

Name : Standard Offlineadressbuch (Ex2013) 
IsDefault : True

Wenn das der Fall ist, kann man mit dem nächsten Befehl überprüfen, ob das OAB korrekt mithilfe des Autodiscover verbreitet wird:

[PS] C:\Windows\system32>Get-OfflineAddressBook | select Name, VirtualDirectories, *web*

Name : Standard Offlineadressbuch (Ex2013)
VirtualDirectories : {}
GlobalWebDistributionEnabled : False
WebDistributionEnabled : False

Und genau hier hat sich der Fehler eingeschlichen. Exchange kennt nämlich zwei Optionen, um das OAB an den Client weiterzugeben:

  • Option 1: Man definiert, welche Virtual Directories dazu berechtigt sind, dass Clients es abfragen um das OAB herunterzuladen.
  • Option 2: Man erlaubt grundsätzlich allen Virtual Directories den Download und Exchange übernimmt die weitere Zuweisung automatisch.

Microsoft empfiehlt in ihrem Microsoft Docs Artikel grundsätzlich, Option 2 anzuwenden. Ich möchte euch aber trotzdem beide Wege zeigen:

 

Option 1 – Virtual Directories definieren

Man fragt zuerst all seine OAB Pfade ab:

[PS] C:\Windows\system32>Get-OabVirtualDirectory | fl Server,Name


Server : EX01
Name : OAB (Default Web Site)

Server : EX02
Name : OAB (Default Web Site)

Und setzt anschließend mit folgendem Befehl die Zuweisung für das jeweiligen Offline Addressbook:

[PS] C:\Windows\system32>Set-OfflineAddressBook "Standard Offlineadressbuch (Ex2013)" -VirtualDirectories "EX01\OAB (Default Web Site)","EX02\OAB (Default Web Site)"

Sollte ein weiter Exchange Node hinzukommen, muss das Offline Adressbook natürlich dementsprechend erweitert werden.

 

Option 2 – Alle Directories erlauben

Mit folgendem Befehl übergibt man die Verantwortung an Exchange und das ist auch seitens Microsoft die präferierte Lösung:

[PS] C:\Windows\system32>Set-OfflineAddressBook "Standard Offlineadressbuch (Ex2013)" -GlobalWebDistributionEnabled $true

Nun kann man, um den Prozess etwas zu beschleunigen mittels „iisreset /restart“ den IIS neustarten und sollte nach wenigen Minuten beim Autodiscover Test auch tatsächlich das OAB zurückgeliefert bekommen.

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