Homematic IP und openHAB vernetzen – Einführung

Der deutsche Hersteller eQ-3 vertreibt unter der Marke „homematic IP“ eine Vielzahl von Smart Home Geräten, die durch Kompatibilität und Sicherheit glänzen sollen. Außerdem ist die Einbindung der Geräte in der Open Source Software openHAB möglich, welches einer meiner Kernanforderungen an Smart-Devices ist. In diesem Artikel möchte ich mir die Erstkonfiguration der „Smart Home Zentrale CCU3“ anschauen und die ersten Erfahrungen mit diesem Hersteller sammeln.

 

Warum homematic IP?

Sucht man auf Amazon nach Smart Home Hardware, wird einem eine Vielzahl an verschiedenen Geräten von verschiedensten Herstellern offenbart. Ein großer Teil der Produzenten stammen dabei aus dem asiatischen Raum – was per se natürlich noch kein großes Problem darstellt. Allerdings muss man bei solchen Geräten sein Vertrauen in Hardware legen, die so in der Form auf dem europäischen Markt nicht immer zertifiziert und geprüft wurde. Denkt man nun beispielsweise an ein smartes Türschloss, wäre eine offene Sicherheitslücke fatal. Man möge auch nicht darüber nachdenken was mit smarten Lichtschaltern passieren könnte, wenn Bauteile minderer Qualität verbaut wurden.

Des Weiteren war es mir wichtig, eine Vielzahl an verschiedenen Geräten von ein und dem selben Hersteller beziehen zu können. Ich möchte nicht meine Steckdose vom Produzenten X und die Lichtschalter vom Produzenten Y betreiben müssen. Die Devise war: Alles aus einem Guss läuft im Normalfall stabiler und benötigt weniger administrativen Aufwand. Homematic IP bietet dabei Hardware aus den folgenden Bereichen an:

  • Heizung und Klima
  • Licht
  • Rollläden, Jalousien und Markisen
  • Sicherheit und Überwachung
  • Wetter und Umwelt

Eine Übersicht über alle Produkte gibt es übrigens direkt vom Hersteller: https://www.homematic-ip.com/produkte.html

Und zu guter Letzt ist eine Anforderung, dass alle Geräte über eine vom Hersteller bereitgestellte Zentrale gesteuert werden können. Zwar würde sich auch die Möglichkeit anbieten, jedes Gerät einzeln in openHAB einzubinden, allerdings ist das meiner Meinung nach keine Alternative für ein gut funktionierendes, eigenständiges Ökosystem. openHAB wird in diesem Szenario nur als Steuerungsschnittstelle verwendet. Das „Gehirn“ stellt dabei ebenfalls ein Produkt von homematic IP.

Die drei oben genannten Kernanforderungen an den Hersteller lassen bereits vermuten, dass somit auch der Preis der Hardware etwas über dem Durchschnitt liegt. Und das ist auch völlig korrekt. Allerdings sollte man gerade bei Smart Home nicht unbedingt auf die günstigsten Hersteller setzen. Die Stabilität und Sicherheit sollten im Vordergrund stehen.

 

Welche Produkte für den Start?

Auch wenn die Details am Blatt gut aussehen, möchte man nicht sofort die Katze im Sack kaufen. Da sich das gesamte System modular aufbauen lässt, habe ich mir für die ersten Tests folgende drei Produkte gekauft:

Mit diesen drei Produkten (Gesamtwert ca. 200€) lässt sich im Grunde ein Lichtschalter smart steuern. Ziemlich teuer möchte man im ersten Momentan völlig zu recht sagen. Doch schauen wir uns das genauer an.

 

Smart Home Zentrale CCU3

Diese Einheit bildet das „Gehirn“ aller homematic IP Aktoren und Sensoren. Alle Module stehen in ständiger Verbindung mit der Zentrale und nehmen die Befehle und Anweisungen entgegen und setzen sie entsprechend um. Unter der Haube verbirgt sich ein Leistungsstarkes Raspberry PI  mit 4 Kernen und 1GB Arbeitsspeicher. Die Kommunikation mit den Modulen findet dabei nicht wie bei anderen Herstellern über das 2,4GHz WLAN Frequenzband statt, sondern über 868-869,525 MHz.

Wie bereits etwas weiter oben in diesem Artikel erwähnt, übernimmt openHAB ausschließlich die Kommunikation mit der Zentrale von homematic und diese sendet die Befehle an die Module weiter. Sollte openHAB aus welchen Gründen auch immer einmal nicht funktionieren, ist das Smart Home trotzdem weiterhin funktionsfähig.

 

 

 

Schalt-Mess-Aktor für Markenschalter

Damit die Zentrale auch etwas verwalten kann, braucht es natürlich noch einen Aktor. In meinem Fall habe ich mich für den in der Unterputzdose einbaubaren Schalt-Mess-Aktor entschieden. Dabei gilt zu beachten, dass der bestehende Lichtschalter ausgetauscht werden muss. Außerdem benötigt man einen Neutralleiter (blaue Kabel) am Lichtschalter. Im Normalfall ist dieser nicht vorhanden und muss erst nachträglich eingezogen werden. Da sich unter meinem Lichtschalter eine Steckdose befindet, lässt sich der Neutralleiter von dort abzweigen und zum Lichtschalter weiterführen. Auch hier der Disclaimer: Arbeiten an der Elektrik sollten immer von einem Fachmann durchgeführt werden!

 

 

Tasterwippe für Markenschalter – universal

Zu guter Letzt benötigen wir noch den Schalter selbst. eQ-3 bietet auch entsprechende Adapter für bestehende Installationen an, damit der bereits vorhandene Lichtschalter weiterverwendet werden kann. Eine Auflistung aller Adapter findest du übrigens hier. In meinem Fall gab es leider kein passendes Zwischenstück und ich musste mir einen neuen Lichtschalter kaufen. Ist nicht wirklich dramatisch – ich finde es allerdings großartig, dass zumindest für manche Hersteller die Möglichkeit geboten wird, einen Adapter bereitzustellen.

 

 

 

Somit haben wir uns die Basis geschaffen und können uns in den nächsten Artikeln auf die Konfiguration der Zentrale, sowie den einzelnen Modulen konzentrieren.

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